100 Jahre Frauenturnen

Frisch, frei, fröhlich, Frau!

Moderne Gymnastik wie auch Sport in (fast) allen Variationen sind für Mädchen und Frauen von heute eine Selbstverständlichkeit. Doch ebenso wie ihre heutige (fast) gleichberechtigte Stellung in der Gesellschaft mussten sich die Frauen dies in der Vergangenheit mitunter hart erkämpfen. Aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Abteilung Gymnastik der Turngesellschaft Seligenstadt (TGS) lohnt sich ein Blick in die Historie des Frauensports.

In den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts entstanden die ersten Frauenabteilungen in den bislang den Männern vorbehaltenen Sportvereinen. 1910, 15 Jahre nach Gründung der Turngesellschaft Seligenstadt, wurde am Mainufer die Einführung der ersten „Damenriege“ groß gefeiert. Heute ist die Gymnastikabteilung der TGS mit rund 350 Mitgliedern – mit einem winzigen Männeranteil – die größte Abteilung der TGS. Und schließlich sind in den übrigen Abteilungen Frauen und Mädchen stark vertreten und erfolgreich.

Wer nun glaubt, dass erst im 19. Jahrhundert Mädchen und Frauen auf die Idee kamen, Sport in welcher Form auch immer zu betreiben, der irrt gewaltig! Richtig ist, dass die Organisation in Vereinen, wie sie im Wesentlichen auch heute noch Bestand hat, sowohl für Männer als auch später für Frauen ganz neu war.

Frauensport schon in der Antike

Bereits bei den alten Ägyptern hatten Frauen Freude an sportlicher Bewegung. Erhaltene Wandmalereien zeigen Ballspielerinnen und sogar Akrobatinnen. Etwa 1000 v.Chr. hatten Griechinnen ihre eigenen Leichtathletik-Spiele. Römische Bodenmosaike stellen junge Frauen bei Gymnastik, Ballspielen und Hanteltraining dar, etwa 500 v.Chr.

In der geschichtlichen Entwicklung des Sports sowohl für Männer wie für Frauen spiegeln sich politische Machtverhältnisse, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung, wissenschaftlicher und technischer Fortschritt wider. Freizeitgestaltung mit sportlicher Unterhaltung konnten sich ohnehin nur die Wohlhabenden leisten. Und wissen wir, ob es sich z.B. bei den Sportlerinnen im alten Griechenland und den Akrobatinnen in Ägypten nicht um Sklavinnen handelt, die nur zum Vergnügen der Zuschauer agierten?

In den vielen Jahrhunderten bis zur Neuzeit bestimmten zahllose Kriege, Seuchen, Hungersnöte mit allen negativen Folgen das Leben der Menschen. Der Kampf ums Überleben war kein bloßes Schlagwort, sondern Alltag. Schwere Arbeit und Ausbeutung durch die Besitzenden und Mächtigen waren an der Tagesordnung.

Aufbruch in eine neue Zeit

Das Zeitalter der Aufklärung im 17. und 18. Jahrhundert brachte allmählich grundlegende gesellschaftliche Veränderungen mit sich. Philosophen predigten Vernunft, die Kritik an Religion und Absolutismus nahm zu. Moderne Naturwissenschaften gewannen an Boden, Technik und Wirtschaft brachten neuen Wohlstand. Im Zuge dessen wurde der Ruf nach bürgerlichen Rechten unter Zugrundelegung allgemeiner Menschenrechte immer lauter, was schließlich in der Französischen Revolution von 1789 gipfelte: „Freiheit, Gleichheit,                                        


Brüderlichkeit!“ Schon 1762 forderte der französische Philosoph Rousseau die körperliche Ertüchtigung der Frauen, allerdings „damit sie kräftigen männlichen Nachwuchs zur Welt bringen“.

Turnvater Jahn kein Freund der Frauen

Selbst die Vorreiter der Turnbewegung, der Pädagoge Friedrich Christoph Gutsmuths und „Turnvater Jahn“, lehnten Leibesübungen für Mädchen und Frauen ab. Beide hatten in erster Linie die körperliche „Wehrertüchtigung“ der Männer im Sinn. Jahn war aktiver Kämpfer in den Befreiungskriegen gegen die französische Besatzungsmacht 1813/14, was diese Haltung zumindest teilweise erklärt. Denn was die weibliche Körperertüchtigung anbetraf, war er ein Kind seiner Zeit. Wie allgemein üblich, sah er die Frau nur in ihrer Beziehung zum Mann, in ihrer Rolle als Ehefrau, Mutter und Hausfrau. Auf dieses Ziel hin war die Erziehung und Bildung der Mädchen ausgerichtet.

Aber nicht lange nach Jahns Wirken setzte sich allmählich die Erkenntnis durch, dass Leibesübungen auch Mädchen und Frauen von gesundheitlichem Vorteil sind. Schließlich sollten sie ja gesunde Kinder zur Welt bringen. Diese vornehmlich männliche Meinung hielt sich hartnäckig bis zum Untergang des Dritten Reiches.

Furcht vor „Mannweibern“

Fortschrittlicher als hierzulande war man im europäischen Ausland. Bereits 1827 erschien das erste Gymnastiklehrbuch einer Frau in England. 1829 folgten ein entsprechendes Buch in Schweden sowie die deutsche Übersetzung eines französischen Lehrbuchs. Dessen Autor führte im selben Jahr in der Schweiz das Mädchenturnen ein. 1868 fand in Bordeaux sogar ein erstes Radrennen für Frauen statt. Erst 1894 wurde in Preußens höheren Mädchenschulen der Turnunterricht obligatorisch. Für erwachsene Frauen war Turnen oder Gymnastik bis Ende des 19. Jahrhunderts ein Ding der Unmöglichkeit. Nicht nur unter Männern war die Meinung verbreitet, dass Turnen Emanzipierte oder Mannweiber heranbilde und „unschicklich“ sei. Man fürchtete eine „Gefährdung der natürlichen Keuschheit“ von Frauen.

Kaiserin Sissi als „Vorturnerin“

Sport und Spiel waren für den Adel und das gehobene Bürgertum als Freizeitgestaltung zu dieser Zeit durchaus selbstverständlich und in zunehmendem Maße auch für die Damen der Gesellschaft. Tennis und Golf, Ballspiele und Übungen mit Stock und Hantel wie auch Reiten – natürlich im Damensattel mit langem Rock – waren beliebt. Eine geradezu fanatische Sportlerin war die berühmte Kaiserin Sissi, die in ihren jüngeren Jahren als tollkühne Reiterin galt und ihren Hofstaat auf Bergtouren im Sturmschritt zur Verzweiflung brachte. Ihre legendäre schmale Taille hielt sie mit täglichen Turnübungen in Form. Die Turngeräte kann man heute in der Wiener Hofburg besichtigen.

Die Frauen der unteren sozialen Schichten hatten andere Probleme. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam es in Europa aufgrund neuer technischer Erfindungen zu einer rasanten Entwicklung der Industrie – die Epoche der „Gründerzeit“ brachte gewaltige gesellschaftliche Veränderungen mit sich. Die Städte mit ihren neuen Erwerbsmöglichkeiten wuchsen rasch, die Fabriken stellten vermehrt Arbeiterinnen ein.

Turn- und Sportvereine für die Arbeiterklasse

Neben den bürgerlichen Turn- und Sportvereinen entstanden nun auch Arbeiterturn- und Sportvereine, da erstere aus Prestigegründen keine Arbeiter aufnahmen. Auch wenn von einer echten Gleichberechtigung nicht die Rede sein konnte, wurden Frauen in diese Vereinsstrukturen integriert und sollten nicht nur mitturnen, sondern auch mitverwalten und mitbestimmen.

Trotz mancherlei Hindernisse breitete sich die Frauensportbewegung weiter aus. 1860 fand in Coburg das erste Deutsche Turnfest statt, 1894 in Breslau erstmals mit weiblicher Beteiligung. 50 Turnerinnen des Alten Turnvereins Breslau zeigten Hantel- und Gerätübungen. 1898 in Hamburg waren es bereits 1000 aktive Teilnehmerinnen. Im Jahr 1900 nahmen Frauen erstmals an Olympischen Spielen teil.                                                  

Auch in der „Sportmode“ zeigten sich die emanzipatorischen Kräfte des Turnens und des Sports allgemein. Zunächst war „züchtige Kleidung“ obligatorisch, das heißt „frau“ durfte sich nur im langen Rock, langärmeliger Bluse und korsettgepanzert bewegen. Radlerinnen waren die ersten, die sich in Pumphosen auf die Straße wagten, vielfach belacht und verspottet.

Der erste Weltkrieg brachte das Ende der Kaiserzeit. Wirtschaftliche und soziale Not und der Verlust traditioneller Werte waren die Folge. Frauen mussten Aufgaben stemmen, die normalerweise ihre an der Front stehenden Männer zu erfüllen hatten. In der Weimarer Republik erreichten die Frauen den Durchbruch: sie bekamen staatsbürgerliche Rechte, waren vermehrt erwerbstätig und bekamen Zugang zu akademischen Berufen.

Sportlicher Aufschwung in den Goldenen Zwanzigern

In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts kam es zu einem gewaltigen Aufschwung des Sports ganz allgemein. Die Mitgliederzahl der Vereine stieg auf rund 5 Millionen. Auch wenn die Frauen hier voll integriert waren, wurde von Funktionärsseite doch großer Wert darauf gelegt, dass die „Weiblichkeit“ gewahrt werde. Frauen wurden von vielen Disziplinen ausgeschlossen oder der Zugang erschwert. Gefördert wurden Gymnastik, Tanz und eine sogenannte „wesensgemäße“ weibliche Körperkultur.

Mit der Machtergreifung Hitlers 1933 stellte sich die bürgerliche Deutsche Turnerschaft in den Dienst der „nationalen Erhebung“. Die Arbeiter- und Arbeiterinnensportbewegung wurde von der Nazidiktatur verboten und ihre Mitglieder mussten untertauchen. Sport und Körperkultur spielten jetzt zwar eine wichtige Rolle, wurden aber den Zielen der Nazis unterworfen. Der Sinn des Frauensports lag in der Erhaltung der Gebärfähigkeit, der des Männersports in der Wehrertüchtigung.

Wirtschaftswunder fördert weibliches Selbstbewusstsein

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand in der DDR ein Deutscher Turn- und Sport Bund (DTSB), in der Bundesrepublik der Deutsche Sport Bund (DSB). Die Arbeitersportvereine lebten nicht wieder auf, da man der Meinung war, dass nun sowieso alle in einem Boot saßen. Die 50er Jahre waren für den Frauensport nicht gerade förderlich, zu sehr wirkte die
Naziideologie „Frauen zurück an den Herd“ nach. Nur 12,5% der Sportvereinsmitglieder waren weiblich.

Dem „deutschen Wirtschaftswunder“ in den 60er Jahren verdankten die Frauen ein neues Selbstbewusstsein, wurde doch ihre Arbeitskraft verstärkt nachgefragt. Aus der Studentenbewegung Ende der 60er Jahre entwickelte sich eine neue Frauenbewegung, die die Stellung der Frau im Sinne der Gleichberechtigung enorm verbesserte. Im Zuge dessen wuchs auch der weibliche Anteil der Mitglieder in den Sportvereinen. Heute stehen Frauen alle Möglichkeiten des Sports offen – und sie werden genutzt, so viel wie nie zuvor.

(Wer sich gerne noch intensiver mit dem mitunter höchst amüsanten Thema „Geschichte des Frauensports“ beschäftigen will, dem seien zwei Publikationen empfohlen: „Die Geschichte des Frauenturnens“, herausgegeben 1994 anlässlich des Deutschen Turnfestes in Hamburg sowie das Buch „Aufgeschnürt und außer Atem“ , von den Anfängen des Frauensports im viktorianischen Zeitalter, Autorin Manuela Müller-Windisch)

100 Jahre Frauenturnen bei der TGS

Und wie begann das Frauenturnen in Seligenstadt? Genau 15 Jahre nach Vereinsgründung im Jahr 1895 wurde eine Damenriege ins Leben gerufen. Das kleine Jubiläum der TGS wurde am 24./25. Juli 1910 mit Schauturnen, Musik, Tanz und Gesang sowie einem imposanten Umzug in „würdevoller Weise“ begangen, wie aus Zeitungsberichten hervorgeht. „Die schmucke Damenriege machte dabei einen schönen Effekt“, hieß es.  

Leider gibt es aus diesen frühen Jahren keine Fotos zum Thema Frauenturnen in Seligenstadt und auch keine schriftlichen Dokumente. Aus dem Programm zum „Kunst- und Werbeturnen“ vom 9. Oktober 1921 wissen wir aber, dass es Freiübungen der Turnerinnen mit Handgeräten wie auch Barrenübungen zu sehen gab. Außerdem wurde ein Reigen mit Fahnen- und Stabübungen von 12 Damen und 12 Herren vorgeführt.

Erfolge in den 30er Jahren

Etwa 1925/30 tauchen die ersten Fotos vom Frauenturnen auf: Gezeigt werden Schülerinnen und Jugendturnerinnen mit Trainer Jean Peter sowie die Damenriege mit Abteilungsleiterin und Trainerin Wilhelmine Brauneis. Bis zum Beginn des 2. Weltkriegs, der auch das Sportgeschehen lahmlegte, werden in Zeitungsberichten über erfolgreiche Wettkämpfe immer wieder die Namen folgender Turnerinnen genannt: Liesel Wesch, Mariechen Hain, Ursula Schneider, Liesel Dotter und Liesel Wurzel. Sie turnten entweder im „Vierkampf Geräte“ oder im „7-Kampf Geräte und Leichtathletik gemischt“ auf dem Deutschen Turnfest in Stuttgart (1933) und in Breslau (1938), um nur zwei Beispiele zu nennen.

Nach dem Krieg lebten die alten, von den Nazis zerschlagenen Vereine wieder auf. Bereits 1946 kam es zur Gründung einer Seligenstädter Sportgemeinschaft, die sich etwas später wieder auflöste. Letztlich verblieben ab 1948 die Sportvereinigung und die Turngesellschaft                                                               
als selbständige Organisationen. Schon 1949 kamen viele Vertreter der TGS als Sieger von diversen Sportfesten nach Hause: nicht weniger als 75 Siege wurden errungen.

Die Turnlehrerin Maria Grimm und die Turnlehrer Hermann Beike und Jean Peter trainierten die erfolgreichen Mädchen und jungen Frauen Marianne Hain/Thoma, Katharina Scheich/ Becker, Margarete Schaub/Debes und Betty Burkard/Kreppenhöfer. Sie waren die ersten Mädels, die Siege und gute Platzierungen für die TGS errangen. Das größte turnerische Ereignis der Nachkriegszeit war 1953 das Deutsche Turnfest: Marianne und Betty kamen von dort als Siegerinnen zurück.

Ein sprichwörtlicher 1. Platz

Marianne Hain/Thoma ist eine der erfolgreichsten Turnerinnen, die die TGS jemals hatte. Vom Gauturnfest 1953 in Hausen brachte sie den – wie es damals in der Presse hieß – schon sprichwörtlich gewordenen 1. Platz mit. Unter rund 100 Teilnehmerinnen erreichten die Seligenstädterinnen Evelyn Spielmann den 7. und Maria Fischer den 14. Platz.

Aus demselben Jahr liegt ein Gruppenfoto vor. Hierauf entdecken wir drei Turnerinnen, die noch heute bei der TGS aktiv sind!  Das sind Margret Brehm/Kypke, Katharina Scheich/Becker und Betty Burkard/Kreppenhöfer. Ferner sind zu sehen Maria Guth, Hiltrud Beike, Lieselotte Grimm, Hannelore Müller, Anneliese Winter, Ursula Wurzel, Evelyn Spielmann, Marianne Hain, Elisabeth und Gisela Schließmann, Ilse Faulhaber, Maria Fischer, Maritta Disser, Sonja Kasianschuck, Inge Christ mit Turnlehrer Jean Peter (2.v.l.) und ganz rechts Willy Reigel, der die Gruppe musikalisch begleitete.

Kein Fest ohne Showtanz

Schon Anfang der 50er Jahre spielte das Thema Tanzen in der TGS eine herausragende Rolle: die seinerzeit einstudierten Showtänze galten als Highlights der Fastnachts-, Heimat- und Vereinsfeste. Theater und Tanzspiele wie z.B. „Schwarzwaldmädel“ waren große Erfolge. Unvergesslich auch das Tanzspiel „Donauwalzer“, das anlässlich des Geleitsfestes 1957 auf Pontons auf dem Main aufgeführt wurde.

Bis ins Jahr 1960 werden die Teilnehmerinnen von Jean Peter trainiert. Waren zunächst vorwiegend Männer als Trainer aktiv, nimmt die Zahl der Frauen als Übungsleiterinnen allmählich zu. Seit 1951 trainierten Marianne Hain und Katharina Scheich ihre eigenen Mädchengruppen. In den 60er Jahren übernahm Brigitte Thimmtner/Hohley das Kinderturnen.  

Nach den  Höhepunkten im Leistungsturnen in den 50er Jahren kam es zu einem Abschwung und Generationswechsel. Ab Beginn der 60er machte die ausgebildete Gymnastik- und Tanzlehrerin Änne Meyer-Blumör aus Hainstadt von sich reden. Ihr ist es zu verdanken, dass das Kinderturnen ausgebaut und die Gymnastik für Frauen modernisiert wurden sowie die Fastnachtstänze zu einem neuen Stil fanden. Locker und beschwingt, akzentuiert durch moderne Rhythmik, Beat und Jazz lockte die Frauengymnastik zahlreiche neue Mitglieder an.

Qualifizierung bringt Aufschwung

Änne suchte sich fähige junge Leute, die von ihr und später auch beim Deutschen Turnerbund zu qualifizierten Übungsleiterinnen ausgebildet wurden. Allen voran Rosel Burkard/Beike, seit 1960 als Übungsleiterin Assistentin im Kinderbereich und ab 1964 als lizenzierte Übungsleiterin selbständig aktiv. Seit 1965 ist sie bis heute im TGS-Vorstand als Abteilungsleiterin Frauenturnen, d.h. als Turnwartin und Frauenbeauftragte im Amt.
1965 erhielt Uschi Giel/Pardon ihre Übungsleiter-Lizenz. Nicht nur im sportlichen Bereich war sie aktiv: von 1983 bis 2009 war sie an Fastnacht aktiv in der Bütt´ erfolgreich und gehörte von 1991 bis 2005 dem geschäftsführenden Vorstand an.  

Als weitere Übungsleiterinnen in dieser Zeit des Aufschwungs sind zu nennen: Ellen Zöller-Sörennsen, Uschi Prokesch/Fecher, Monika Kühn/Müller, Isolde Westfehling und Christa Fritscher. Diese jungen Frauen gehören auch zu den Leistungsträgerinnen des Turnens. So wurde z.B. Uschi Prokesch/Fecher 1967 Gaukinderturnfestsiegerin im gemischten 8-Kampf.

Die Abteilung Gymnastik der TGS wurde immer größer und das Angebot immer vielfältiger. Neben der konventionellen Gymnastik wurde tänzerische Gymnastik eingeführt und 1974 eine weitere Gruppe gebildet, die gesundheitsbetonte Gymnastik betrieb. Dem Verein gelang es, auch hierfür eine Übungsleiterin zu verpflichten, die die professionellen Voraussetzungen erfüllte: die Krankengymnastin Monika Wehking. Immer wieder neu belebt wurde die Gymnastik durch Modesportarten wie z.B. Aerobic; viele begeisterte Teilnehmerinnen tobten sich unter Leitung von Rainer Bauer (1982 – 1999) in dieser schweißtreibenden Disziplin aus.

Von einem Highlight zum nächsten

Anfang der 80er beginnt eine Zeit von Aktivitäten in Sport, Freizeit und Kultur, wie es die weiblichen TGS-Mitglieder noch nie erlebt hatten. Mit den neuen jungen Übungsleiterinnen wie Sabine Ehmig, Marion Kinzl, Gaby Emrich, Nicole Büchmeier, Ingeborg Wölfinger, Ingrid Reuter, Simone Ochs und ab 1986 mit Renate Kreutzer als hauptamtliche diplomierte Sportlehrerin besuchten die Gymnastik-Damen die Deutschen Turnfeste in Frankfurt, Berlin, Bochum/Essen, Hamburg, München, Leipzig, dann Berlin und Frankfurt (2009). Und zwar nicht nur als Zuschauerinnen, sondern als Teilnehmerinnen sowohl bei den sportlichen Wettkämpfen als auch bei den Tanzdarbietungen. Auch bei vielen Hessischen Landesturnfesten waren sie dabei. Weitere Highlights stellten die Besuche der Weltgymnaestradas in Lissabon und im österreichischen Dornbirn dar, wo die Seligenstädterinnen in der Deutschen Delegation vertreten waren; 2011 steht die Gymnaestrada in Lausanne /Schweiz auf dem Programm.

Seligenstädter Frauen, und insbesondere die in der TGS, verstehen es zu feiern und zu genießen – alljährliche Höhepunkte sind die 4-Tages-Reisen, die die Gymnastik-Damen u.a. bereits nach Göteborg, Mailand, Paris, London und Wien führten. 20 Jahre lang wurden diese Touren von Ingrid Büchmeier perfekt organisiert, nachgefolgt von Yvonne Sticksel und Doris Ott.

Die weibliche Führungsriege

Die Abteilungsleiterinnen standen der Abteilung Gymnastik oft viele Jahre vor. Zahlreiche Neuerungen wurden eingeführt, das Angebot wurde immer vielfältiger. Nach Christel Lirsch folgte von 1980 – 1996 Ingrid Büchmeier, 1996 – 2001 Annegret Burkard und seit 2001 bis heute Beate Winnige mit ihrem Team Yvonne Sticksel, Doris Ott, Doris Kiehl und Ingrid Heil, die alle bereits unter Annegret mitarbeiteten.

Die aktuellen Übungsleiterinnen sind für das Turnen (vom Kleinkind bis zu den jungen Erwachsenen) Renate Kreutzer mit ihren Assistentinnen Lisa Wellner, Luisa Gaul und Gloria Groher. Das besonders breite Angebot im Bereich Gymnastik (von gesundheitsorientierter Gymnastik bis Step-Aerobic) realisieren Renate Kreutzer, Andrea Reichenbach, Simone Ochs, Ines Karnbach, Ruth Bayer , Annegret Burkard und Rosel Beike. Für die Senioren (Tanzen, Radfahren, Kegeln, Schwimmen, Gymnastik) engagieren sich Brunhilde Winkler, Ute Sonntag, Ruth Bayer und Annegret Burkard. Über die Einzelheiten können sich Interessierte direkt bei den Übungs- und Abteilungsleiterinnen oder im Internet (www.tgs-seligenstadt.de) informieren.

Fastnacht bei der TGS

Sie gehören dazu wie das Salz in der Suppe: die Tanzgruppen aller Altersklassen, die an Fastnacht auf den Gala-Sitzungen ihre großen Auftritte haben. Die Gardetanzgruppen Minigarde und Elfergarde und die Showtanzgruppen Miniballett, Showtime, Dancing Sisters, Lametta und Männerballett begeistern alljährlich ein großes Publikum. Dahinter stehen die Trainerinnen Sonja Zöller, Ann-Sophie Walter, Daniela Hell, Alice Schouten, Madeleine Mandel, Katharina Krause, Simone Ochs, und Sabine Ehmig.

Ergänzt wird das reguläre sportliche Angebot der Abteilung Gymnastik von verschiedenen Kursen, allen voran das beliebte Yoga. Nordic Walking hat das Image eines Modesports abgelegt und wird bei der TGS als gesundheitlich höchst effektive Sportart betrieben. Weitere Themen der Kursangebote waren bisher Pilates, Beckenboden-Gymnastik und Rückenfitness, manches von Krankenkassen finanziell unterstützt.

„Es gehört alles zusammen“

Frauenturnen ist so vielseitig. „Bei der TGS mischt sich alles ein bisschen,“ kommentiert Rosel Beike, für die Frauen zuständiges Vorstandsmitglied der TGS. „Das Turnen als Leistungssport endet oft im Alter von knapp 20 Jahren aus den unterschiedlichsten Gründen. Aber das Tanzen, die Gymnastik in ihren verschiedenen Ausformungen, die Freude an Bewegung ganz allgemein gehen weiter, bis ins hohe Alter. Die neue Welle Nordic Walking erfreut sich großer Beliebtheit. Schließlich gibt es bei der TGS noch viele andere Abteilungen, die den weiblichen Mitgliedern tolle Möglichkeiten eröffnen: Basketball, Handball, Faustball, Leichtathletik, Tanzsport und Musikcorps, Turnen, Run & Walk sowie Karneval.“   

(Verfasserin: Freya Göttlich, anlässlich des Jubiläums 100 Jahre Abteilung Gymnastik der TGS 2010, in Zusammenarbeit mit Rosel Beike)

Hier findest du uns


Grabenstr. 48
63500 Seligenstadt

So erreichst du uns


06182 - 21593
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

... und das am besten


Mo 14.00 - 16.00 Uhr
Di 16.00 - 20.00 Uhr
Do 09.00 - 12.00 Uhr