Präambel

Willkommen in der Vergangenheit

Ein Verein und seine Geschichte Geschichte wird nicht nur von bedeutenden Menschen gemacht. Auch die sogenannten Kleinen sind es, die dabei eine gewichtige Rolle spielen. Wie anders könnte es erklärt werden, dass Sport vor allem in der modernen Zeit, doch auch schon vor hundert Jahren durch die Begeisterungsfähigkeit einfacher Leute zu einer das Jahrhundert bestimmenden Massenbewegung wurde.

Die Politik nutzte andererseits immer wieder die Gelegenheit, sich jener zu bedienen, die mit gesundem Geist einen gesunden Körper erhalten, pflegen und trainieren wollten. Gleichwie - der Sport bekam wesentliche gesellschaftliche Bedeutung und mit ihm jene Gemeinschaften, die seine Ausübung erst ermöglichten.

Sport kann einzig und allein nur freiwillig betrieben werden, ob nun individuell oder in der Gemeinschaft. Er ist mit militantem Drill nicht zu verwechseln, schon gar nicht mit vormilitärischer Ausbildung. Vielmehr braucht die sportliche Idee Frieden, Freundschaft und Toleranz , wenn sie sich in der Praxis entwickeln soll.

Sie ist also eine völkerverbindende Idee und deshalb ungleich wertvoller als manche Lippenbekenntnisse von Politikern. Schließlich ist Sport messbar in seinen Ergebnissen und die Sportler streben ständig danach, höher, weiter und schneller zu agieren als zuvor. Mit ihren Leistungen, Rekorden, Siegen und Erfolgen bringen sie die Farben des Staates auf Hochglanz, obwohl sie längst nicht mehr so erschauern, wenn deswegen die Nationalhymne ihnen zu Ehren gespielt wird.

Aus dieser Erkenntnis heraus braucht der Staat nicht Motor zu sein, konnte sich im Laufe der Jahrzehnte vielmehr als Trittbrettfahrer dieses einzigartigen psychischen Bewegungsmittels bedienen, ohne deswegen tief in die Taschen der Steuerzahler greifen zu müssen. Mangelnder Sportunterricht in den Schulen, unzureichende gesundheitliche Vorsorge, Training des gesamten Körpers gegen vorzeitiges Altern, gegen Invalidität:

Seligenstadts mitgliedsstärkster Verein, mit rund 2000 Männern, Frauen und Jugendlichen, bietet immerhin mehr als 10 Prozent der Gesamtbevölkerung ihrer Heimatstadt die Chance, die Bewegung als Schwungrad des Lebens, für die eigene Gesunderhaltung nämlich, zu nutzen.

In hundert Jahren mögen sich weltanschauliche Tendenzen ergeben haben (gern nennt man sie "Zeitgeist"), spielt zum Beispiel die Frau in einer bisher dominierenden Männerwelt eine immer bedeutendere Rolle (was sich auch bei der Besetzung der Führungspositionen bei der TGS längst bemerkbar gemacht hat - und nicht nur dort).

Aber selbst in einer angeblich so materiellen Zeit, kommen Tugenden wie dem Idealismus nach wie vor eine wesentliche Rolle zu. So bietet die Turngesellschaft auch den Schutz und Schirm einer großen Familie - vermittelt Geborgenheit und bewahrt vor Einsamkeit.

Natürlich machen die Erfordernisse der Zeit auch nicht vor der Turngesellschaft halt, wie Erster Vorsitzender Reinhard Krauß auf den Jahresumsatz 1995, von immerhin mehr als einer halben Million Mark, verweist. Längst nämlich schlug die Stunde der Experten, müssen hauptberufliche Übungsleiterinnen, Trainer und Pädagogen als fachkundige Begleitung der Aktiven eingesetzt werden, um die jüngsten Erkenntnisse, beispielsweise der Sportmedizin, zu realisieren, wie es der für den Sport zuständige Zweite Vorsitzende Gerhard Beike ausdrückt.

Längst haben sich den Traditionsabteilungen wie Turnen, Musikcorps, Handball, Leichtathletik, Faustball und Karneval, weitere Sparten hinzugesellt, wie zum Beispiel Gymnastik, American Football, Ausgleichssport oder Kranken-Rücken-Gymnastik. Sie tummeln sich meist nicht nur im Training in der in den siebziger Jahren zur Großsporthalle umgebauten, früher weitaus kleineren, Turnhalle in der Grabenstraße. Dadurch wuchs seitdem der Mitgliederstand erheblich. Von den deswegen insgesamt pro Woche notwendigen rund 220 Übungsstunden, werden nur 20 Stunden in öffentlichen Einrichtungen absolviert - nicht nur hier wird die TGS in Sachen Gesundheitsprophylaxe für die Allgemeinheit entscheidend tätig und darf mit Recht hoffen, dies auch vom Staat endlich besser als bisher honoriert zu bekommen, wobei die Stadt inzwischen mit gutem Beispiel voranging. Hinzu gesellt sich die kulturell-gesellschaftliche Leistung der Turngesellschaft.

Die Gegenwart also ist nicht ohne Probleme, doch diese werden bewältigt, so dass der Verein getrost in das neue Jahrtausend schauen darf. Mehr als 50 Übungsleiterinnen und Übungsleiter betreuen unter anderem mehr als 800 Kinder und Jugendliche bei der TGS.

Durch zwei mörderische Weltkriege, zwei Inflationen, Arbeitslosigkeit, Armut und viele andere Misshelligkeiten wurde auch die TGS geprägt. Trotz allem entwickelte sie sich immer weiter und ist heute ein stolzer Verein, der den Namen Seligenstadt weit in die Lande trägt. Toleranz gegenüber Menschen, auch denen anderer Völker, Rassen und Gesellschaftsformen, aber unduldsam gegen eventuelle Versuche der einseitigen Parteipolitik in den eigenen Reihen, gaben der Turngesellschaft Seligenstadt das Bild eines modernen Vereins, der sich sehen lassen kann und zugleich Vorbild ist.

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Grabenstr. 48
63500 Seligenstadt

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... und das am besten


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